Die staatliche Verwaltung erklärt sich heutzutage für jedes Gesellschaftliche Thema zuständig. Neben den offen sichtbaren Inszenierungen der Politiker gibt es etwa 1 000 staatlich geschaffene Institute, die unauffällig immer weiter mit ihrer Regulierung ins Alltagsleben eindringen. Diese Institute gelten oftmals als unabhängig, sind es aber in Wahrheit nicht.
Es gibt allerdings auch noch andere soziale Vorgänge. Ich beschreibe jetzt das Normieren. Also das, was der Verein DIN betreibt.
Uninformierte Mitmenschen sehen im Normieren eine weitere Bevormundung durch das allgegenwärtige „System“. Gleichzeitig nutzen sie, ohne dass sie es mit ihrer emotionalen Haltung zusammenbringen, die Vorteile etwa des genormten USB-C Steckers. Dieser ermöglicht, dass bald alles, was aufzuladen und zu übertragen ist, mit einem einzigen Anschlusskabel bewerkstelligt werden kann. Schnell werfen sich Politiker für diese Leistung in die Brust, doch die Akteure und Impulse waren ganz andere, wie durch
Recherche schnell herausgefunden werden kann.
1. Fachleute – nicht Politiker haben sich auf die technischen Lösungen geeinigt.
2. Assoziative Empfindung als Grundlage, auch wenn die Akteure ihre Motivation wohl mit anderen Worten benennen würden.
3. Alle Akteure kamen barrierefrei zusammen, aus dem Anspruch heraus, alle Interessenlagen an einen Tisch zu bringen.
4. In diesem Sinne war es ein Akt der Selbstwirksamkeit von Menschen, die sich dazu entschlossen und zusammengetan hatten.
Menschen, die bei einer Normfindung mitgemacht haben, sagen, dass das in der Schule gelehrt werden sollte. Denn es sei eine Form der sozialen Selbstwirksamkeit, die jeder Mensch kennen und können sollte.
Normen sind kein Gesetz, sondern werden freiwillig angewendet. Erst wenn der Staat sie zum Gesetz erklärt, werden sie Gesetz. An Normen arbeiten alle mit, die ein Interesse haben, sie später
anzuwenden.
Normen werden so lange ausdiskutiert, bis alle einverstanden sind, denn sonst würden sie die geschaffene Norm einfach nicht anwenden.
Normen haben eine Überprüfungsklausel. Nach fünf Jahren sollen sie wieder kritisch auf ihre Tauglichkeit überprüft werden. Im Idealfall gibt es einen ständigen Ausschuss zu jeder geschaffenen Norm. In der Praxis jedoch laufen die Teilnehmer erstmal auseinander, wenn die Herkulesaufgabe einer bestimmten Normierung durchgestanden ist.
Mir geht es darum, den Vorgang als solchen darzustellen:
Menschen werden gesellschaftswirksam aktiv, ohne zu warten, bis sie dafür „gewählt“ werden. Vielmehr werden sie „sofort“ aktiv. Wenn sie sich stattdessen in soziale Prozesse begeben, in denen Wahlen ein Bestandteil der Vorgänge sind, wie es zum Beispiel im Innenleben von Parteien der Fall ist, zerschleißen sie ihre Impulse, bis nichts mehr übrig bleibt.
Die Metropolregionen dieser Erde sind moderne Zusammenballungen von Menschen, aus wirtschaftlichen Impulsen heraus. Sie bilden Assoziationen. Es gibt Grenzen. Die Raumplaner in unseren staatlichen Verwaltungen, wollen diese Grenzen in ihre Denk- und Verwaltungshorizonte bringen, also entlang der vorhandenen Regionen, Landkreise, usw.
Ein unbefangenes bewusstes assoziatives Denken würde diese Grenzen, die schon lange da sind, sich jedoch laufend verändern, ganz anders beschreiben, als das politische Denken, welches 2000 Jahre eintrainiert wurde durch Kriege um irgendwelche Territorien. Die Assoziationen sind da. Es werden seit etwa 30 Jahren Namen für sie gefunden, wie Metropolregion, Regiopole, Europaregion usw. Es gibt darauf aufbauend auch inhaltliche Arbeit, je nach Initiativkraft vor Ort. Es sind die Assoziationen also da und in Entwicklung, unabhängig davon, ob ein Dreigliederer es bemerkt oder nicht. Sie sind auf dem Wege, sich selbst bewusst zu werden. Sie tragen andere Namen, als wir erwarten und sind noch nicht
sauber vom „Staatlichen“ = Rechtsleben getrennt. Sie sind im Werdeprozess. Dreigliederer können aufrund ihrer Vorbildung sofort durchschauen, was da werden will. Wenn sie mitarbeiten, können
sie klare Beschreibungen aus dem Bewusstsein der Dreigliederung liefern und damit den Werdeprozess unterstützen.
Es gibt Möglichkeiten der gesellschaftlich wirksamen Zusammenarbeit, ohne dass es dafür eine „Ernennung, Autorisierung oder Wahl“ gibt.
Im Gegenteil: Wer für seinen Impuls, den er in den Sozialen Organismus einbringen will, wartet, bis er dafür in irgendeiner Weise „autorisiert“ ist, wartet sein ganzes Leben lang. Von den quälenden Ernüchterungen können alle Diejenigen berichten, die es in einer der neuen Parteien versucht haben.
Die Konsequenzen daraus sind: Sofort mit Geistesleben, wie beispielsweise der „Außenpolitik“ zu beginnen. Bei der Außenpolitik handelt es sich um Geistesleben, von dem wir wissen, dass hier
Freiheit gut tut. Jetzt sieht bei solcher Vorstellung mancher das reine Chaos vor sich. Oben im Text wurde angedeutet, wie Zusammenarbeit bereits erprobt wird. Es kann davon gelernt werden. Desweiteren braucht es selbstverständlich die förderliche Wirkung des Rechtslebens. Aus dem „Rechtsleben“, also aus der staatlichen politischen Seite heraus sollte nicht eine konkurrierende inhaltliche Arbeit zu dem, was selbstwirksame Menschen hervorbringen, hervorgehen, aber Regulatorisches schon. So kann dem Geistesleben ein gedeihlicher Rahmen liefert werden. Es geht nicht darum, gegen Parteipolitiker, die sich an der Außenpolitik beteiligen, Front zu machen, aber um faire gleichberechtigende Verhältnisse geht es schon.
Das umfasst die Frage der öffentlichen Finanzierung aller Menschen, die sich an Außenpolitik und überhaupt an sozialen Prozessen beteiligen, statt einer alleinigen Finanzierung von Parteien.
Es umfasst die Frage der Garantie von Wirksamkeit. Es könnten Regelungen gefunden werden, so dass in fairer Weise entsprechend den Fähigkeiten der Akteure der öffentliche Auftritt und die gesellschaftsrelevante Wirksamkeit organisiert wird, wobei das reine Feststellen der Fähigkeiten wiederum eine Aufgabe des Geisteslebens ist. Bei einem Wettbewerb beispielsweise besteht die Jury aus Geistesarbeitern und die Regeln liefert der Staat. Die Praxis wird spannend und wird Interesse bei den Menschen wecken.
Von Peter Exner, 27.03.2026